Entstehung und Entwicklung

Der zugrunde liegende Aktivierungsansatz wurde erstmals 1991 im Rahmen eines vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Forschungsprojektes an der Universität Erlangen-Nürnberg wissenschaftlich überprüft. Regelmäßige Nacherhebungen zeigten eine nachhaltig präventive Wirkung auf den Erhalt der Selbstständigkeit und die Entwicklung demenzieller Veränderungen.

Die guten präventiven Ergebnisse der Langzeitbetrachtung warfen die Frage auf, ob positive Effekte auch bei bereits an Demenz leidenden Personen zu erzielen sind. Diese Hypothese wurde ab 2003 durch eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung ebenfalls an der Universität Erlangen-Nürnberg, überprüft. Auch hier konnte u.a. ein verlangsamter Verlauf des kognitiven Abbaus beobachtet werden.

Aufgrund der positiven Studienergebnisse wurde ab 1995 damit begonnen, Gruppenleiter nach dem SimA-Aktivierungsansatz auszubilden. Geschah dies vorerst noch direkt am Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg, übernahm 2006 der SimA-Akademie e.V. die Ausbildungsmaßnahmen. Zum Jahreswechsel 2012 wurde der Akademiebetrieb auf das Evangelisch-Lutherische Diakoniewerk Neuendettelsau KdöR übertragen. Seitdem konnte mit Hilfe kooperierender Bildungsträger der Schulungsbetrieb auf den gesamten süddeutschen Raum erweitert werden.

Die SIMA-Präventionsstudie

Die 1991 begonnene SIMA-Längsschnittstudie sollte klären, ob und in welchem Umfang Interventionsansätze bei der Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit im höheren Lebensalter helfen können. Dazu wurden fünf verschiedene Trainingsansätze und eine Kontrollgruppe miteinander verglichen. In den Studiengruppen wurden speziell entwickelte Gedächtnis-, Psychomotorik- und Kompetenztrainings einzeln oder in verschiedenen Kombinationen angewandt. Die Interventionsgruppen trainierten 30 Einheiten à 90 Minuten, einmal die Woche.

Die Studie startete mit 375 selbstständig lebenden Personen, die zwischen 75 und 93 Jahre alt waren (Durchschnittsalter 79,5 Jahre). Insgesamt 272 Teilnehmer durchliefen eines der Trainingsprogramme, 103 dienten als Kontrollgruppe.

Nur für die Gruppe mit einem kombinierten Psychomotorik- und Gedächtnistraining konnten bis zu fünf Jahre nach Studienbeginn bedeutsame Effekte nachgewiesen werden. Sie zeigte deutlich bessere Werte in Bezug auf den Gesundheitszustand (einschließlich dementieller und depressiver Symptomatiken) und die erhaltene Selbständigkeit der Teilnehmer. Durch die Studie konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe des entsprechenden Trainings altersbezogene Defizite ausgeglichen und die geistigen Fähigkeiten erhalten werden können und so auch dem Risiko an einer Demenz zu erkranken erfolgreich entgegen gewirkt werden kann.

Auch 14 Jahre nach Beginn der Studie haben die Teilnehmer dieser Gruppe verglichen mit denen der anderen Trainingsgruppen die wenigsten Demenzen entwickelt.

Die SIMA-Therapiestudie

Motiviert durch die Ergebnisse der Präventionsstudie wurde 2003 der Frage nachgegangen, ob sich die verbliebene Selbstständigkeit von Pflegeheimbewohnern in kognitiver und funktioneller Hinsicht ebenfalls durch eine Kombination aus geistiger und körperlicher Aktivierung erhalten und fördern lässt. Dabei flossen auch Erkenntnisse aus der geriatrischen und gerontopsychiatrischen Praxis mit ein. Darüber hinaus wurde für Pflegeheimbewohner mit fortgeschrittener Demenz ein spezifisch biographisch ausgerichtetes Aktivierungskonzept erarbeitet.

Die Studie startete in 12 stationären Einrichtungen der Diakonie Neuendettelsau mit 294 Teilnehmern zwischen 70 und 99 Jahren. 171 Teilnehmer gehörten der Interventionsgruppe an, die an zwei Tagen pro Woche für 60 Minuten zusammenkamen, 123 Bewohner bildeten die Kontrollgruppe.

Es konnten signifikante Therapieeffekte auf kognitive und funktionelle Parameter festgestellt werden. Ebenso fand ein Transfer der Therapieinhalte auf Aktivitäten des täglichen Lebens statt. Das Aktivierungsprogramm führte darüber hinaus zu einer Abnahme der Sturzhäufigkeit der Teilnehmer sowie einer Entlastung und höheren Arbeitszufriedenheit des Pflegepersonals.